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Der Biophilia-Effekt: Natur hat viel zu bieten!

Der Biophilia-Effekt – was ist das?

Der Begriff Biophilia bedeutet wörtlich übersetzt „Liebe zum Leben“. Er bezeichnet die Liebe –  und Sehnsucht des Menschen zur Natur, geprägt von Erich Fromm, Psychotherapeut und Philosoph.

Uns allen ist klar: Wir haben früher NUR in der Natur gelebt und dort überlebt. Wir lebten in Höhlen und versorgten uns mit dem, was wir fanden und jagten. Diese ursprüngliche Tatsache ist immer noch in unseren Genen gespeichert und kann von uns abgerufen und positiv genutzt werden.

„Wir haben Wurzeln und die sind definitiv nicht in Beton gewachsen.“ Andres Danzer

„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün.“ Hildegard von Bingen, 1098 bis 1179

Diese Zitate unterstützen eindrucksvoll, dass wir unseren Ursprung nicht in einer städtischen, sondern einer Naturbelassenen Umgebung haben. Diese gibt uns Energie, was vor knapp 1000 Jahren schon die berühmte Hildegard von Bingen wusste. Doch was hat es damit auf sich?

Du kennst es, jeder kennt es: Ein Problem, eine zu große Aufgabe, ein großer Streit, eine schwere Entscheidung. Machen wir dann einen schönen Spaziergang durch die Natur, kommt uns die Welt hinterher ganz verändert vor: Der Blick ist plötzlich klarer, das Problem nicht mehr so bedrohlich, der Streit lösbar, die Entscheidung getroffen. Zusätzlich dazu fühlt man sich frischer, energetisierter, wohler. Diesen Zusammenhang, den wir alle kennen, können wir nutzen – und das Beste: Es kostet nichts 🙂

Doch wieso ist das so? Was geschieht mit uns und unserem Körper in der Natur, was uns in einer Innenstadt nicht geschieht?

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Körper und Natur in Resonanz

In einer Innenstadt gibt es kaum Pflanzen. Das ist in einem Wald ganz anders. Sie haben eine faszinierende Wirkung auf uns und unseren Körper:Pflanzen kommunizieren untereinander. Sie bilden sogar Allianzen, können sich gegenseitig vor Feinden warnen und dabei nicht nur den Hinweis geben, dass ein Feind kommt, sondern auch, in welcher Stärke der Befall ausfällt.

Diese Erkenntnis hat ebenfalls ergeben, dass diese Art der Kommunikation, die selbstverständlich nicht über Sprache stattfindet, von unserem Körper entschlüsselt werden kann und eine Wirkung auf ihn hat. Sogar unser Unbewusstes und unser Immunsystem reagieren darauf, ohne dass wir die Pflanzen berühren oder gar essen müssen.

Klingt mysteriös? Dank der modernen Forschung werden diese Erkenntnisse durchleuchtet und auf eine solide wissenschaftliche Basis gestellt.

Pflanzen kommunizieren also… Was ist gleich noch Kommunikation?

Kommunikation ist der Austausch von Informationen, die vom Sender kodiert abgegeben und vom Empfänger entschlüsselt werden. Menschen tun dies über Sprache. Wir haben Wörtern eine Bedeutung zugewiesen und diese können, bei gleichem Verständnis der Bedeutung, zu einer sprachlichen Kommunikation im Alltag beitragen. Jedoch können wir auch anders kommunizieren: Über Briefe, Email usw. Dabei ist jedoch die Information, die wir weitergeben, immer in Wörtern gespeichert.

Wie kommunizieren Pflanzen?

Pflanzen kommunizieren über chemische Substanzen miteinander. Sie senden Moleküle aus, die aus Atomen bestehen und, ähnlich wie in unserer Sprache, bestimmte Bedeutungen haben. Die abgebende Pflanze ist der Sender, die empfangene Pflanze der Empfänger – wie in unserer Sprache. Nicht immer analog zu unserer Sprache geben Pflanzen diese Informationen nicht unwillkürlich, sondern zielgerichtet ab. So kann eine von einem Schädling befallene Pflanze diese Information weitergeben, sodass bisher nicht betroffene Pflanzen daraufhin Abwehrstoffe bilden. Diese Moleküle, auch Duftstoffe genannt, enthalten nicht nur die Information über eine Bedrohung, sie enthalten auch die Information über die Intensität der Bedrohung. Und sie locken auch noch die natürlichen Feinde der Schädlinge an.

Die Wissenschaft versucht aktuell, die „Sprache“ der Pflanzen zu entschlüsseln. Sie senden die Informationen über sogenannte “Duftstoffvokabeln“, die zu der Stoffgruppe der Terpene gehören.

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Die Natur und ihre Wirkung auf…

…das Immunsystem

Joel Dimsdale, Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien, San Diego, schrieb 2011: „Wir sind mit der überraschenden Tatsache konfrontiert, dass es sich beim Immunsystem um ein Sinnessystem handelt, das fähig ist, wahrzunehmen, zu kommunizieren und zu handeln.“ Er erkannte darüber hinaus, dass beinahe alle Erkrankungen auf immunologische Einflussfaktoren zurückzuführen sind. Darunter nicht nur Infektions- und Immunkrankheiten, sondern auch Arteriosklerose, Krebs und Depressionen.

Die eben beschriebenen „Duftvokabeln“ der Pflanzen, die Terpene, haben einen immensen Einfluss auf unser Immunsystem. Sie werden von unserem Immunsystem erkannt und entschlüsselt. Sie sorgen dafür, dass mehr natürliche Killerzellen gebildet werden, die vorhandenen Killerzellen aktiver werden und mehr Anti-Krebs Geschütze anrücken. Dies wurde von Wissenschaftlern nachgewiesen, die im Wald diverse Blutuntersuchungen bei Patienten machten. Eine Vergleichsgruppe wurde in der Stadt untersucht. Die Waldgruppe konnte eine signifikante Erhöhung in den oben angegebenen, drei Parametern nachweisen – die Stadtgruppe blieb unverändert.

Natürliche Killerzellen sind eine spezielle Variante weißer Blutkörperchen. Sie erkennen, wenn Blut- oder Körperzellen mit einem Virus infiziert sind und töten diese Zelle ab. Somit stirbt auch der Virus ab. Anti-Krebs Geschütze sind Proteine des Körpers, die speziell gegen entartete Zellen vorgehen, die ein Krebsrisiko darstellen könnten. Durch die Terpene werden also von unserem Immunsystem Stoffe gebildet und aktiver gemacht, die uns vor Viren schützen und das Krebsrisiko senken.

Die Natur und ihre Wirkung auf…

…Stress

Was wir auch alle kennen: Stress wirkt sich negativ auf komplexe Denkprozesse aus. Die ausgeschütteten Stresshormone sorgen im Körper dafür, dass schnell viel Energie freigesetzt wird um entweder zu kämpfen, oder wegzulaufen.

Der Ursprung von Stress und der Reaktion liegt in unserer Evolution. Kam früher ein Säbelzahntiger um die Ecke, musste unser Körper sehr schnell Kampf- oder Fluchtbereit sein. Da Säbelzahntiger heute ausgestorben sind, der Mechanismus im Körper jedoch weiterhin einwandfrei funktioniert, haben wir uns unsere eigenen Raubtiere erschaffen, vor denen wir flüchten oder gegen die wir kämpfen können. Beispielsweise das Gefühl, einem gewissen Ideal nicht entsprechen zu können, die Erwartungen eines Vorgesetzten oder Auftraggebers nicht erfüllen zu können, Reizüberflutung an Informationen und Lärm, Leistungs- und Termindruck, Belastungen am Arbeitsplatz und viele mehr.

Leider entscheiden wir uns heute nicht mehr zwischen dem Kampf oder der Flucht vor unseren Raubtieren – zumindest nicht körperlich. Wir kämpfen oder flüchten auf psychischer Ebene – Stresshormone und die dadurch ausgeschüttete Energie werden dabei nicht benötigt. Im Gegenteil: Bei einer hohen Leistungsbereitschaft unseres Körpers, ausgelöst durch Stress, ist das komplexe Denken nicht mehr möglich – weil es schlichtweg früher nicht benötigt wurde. Es hätte vermutlich sogar gehindert: Der Höhlenmensch, der vom Säbelzahntiger angegriffen wird, überlegt erstmal, wohin er jetzt genau flüchten soll – und wird erwischt. Früher mussten Entscheidungen schnell und instinktiv getroffen werden – heute nicht mehr.

Dazu gab es früher, nach der Konfrontation mit dem Säbelzahntiger, sofern man es überlebte, eine Erholungsphase. Heute ist das anders: Unsere heutigen Raubtiere lassen sich nicht verjagen und wir können selten wirklich flüchten– der Mensch leidet unter Dauerstress, der auch zur chronischen Stressbelastungen führen kann. Die Folgen sind bekannt: Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Angst, Depressionen, Essstörungen, Magen – und Darmbeschwerden, Neurosen, Immunschwächen und sogar die Krebsentstehung.

In der Natur sind all diese Raubtiere ausgeschaltet.

Daher reduziert sich die Stresshormonausschüttung und der Mensch kommt zur Ruhe. Zumindest in heimischen Wäldern und Feldern.

Dazu kommt ein ganz entscheidender Faktor, bei einem Spaziergang durch die Natur:

Das Weg-sein.

 Biophilia-Effekt Natur weg sein

Der Mensch befindet sich nicht mehr in seinem normalen Umfeld, fernab der modernen Zivilisation. Hier kann er sein wie er ist. Hier gibt es keinen Straßenlärm, keinen Konsumterror, die Erwartungen des Vorgesetzten sind weit weg, Ideale sind nicht sichtbar. Außerdem ist er dort umgeben von Pflanzen und Tieren, er ist einfach ein Lebewesen unter unzähligen anderen Lebensformen. Dort kann er so sein, wie er wirklich ist. Loslassen, was ihn beschäftigt und neu aufnehmen, was er sieht und spürt. Die Lebensformen dort verurteilen ihn nicht und stellen keine Ansprüche an ihn – er kann sich einfach so angenommen fühlen wie er ist. Diese wunderbare Erfahrung hat einen intensiven Einfluss auf einen gestressten Menschen.

Die Natur und ihre Wirkung auf…

…die Aufmerksamkeit

Der Mensch besitzt zwei Formen der Aufmerksamkeit: Die gerichtete Aufmerksamkeit und die Faszination. Erstere wird uns täglich abverlangt, in der Arbeit, im Straßenverkehr usw. Sie kostet uns Energie und strengt uns an. Die Faszination hingegen kostet uns keine geistigen Kräfte und regeneriert diese sogar. Sie geschieht mit uns völlig ohne unser Zutun.

Rachel und Stephen Kaplan, Professoren in Psychologie an der Universität in Michigan und bekannt für ihre Ergebnisse aus der Forschung, der Natureinflüsse auf den Menschen und dessen Gesundheit, fanden heraus, dass die Natur prall gefüllt ist von Dingen, die in uns Faszination auslösen und ihre Aufmerksamkeit auf ganz natürliche Weise auf sich ziehen.

Diese Dinge haben eine Verbindung zu unserer Evolution: Unser Gehirn ist über Jahrmillionen an die Reize aus der Natur gewöhnt und an diese angepasst – daher gehen Tiere, Pflanzen, Berge, Wolken, Sterne mit uns in Resonanz. Dadurch kann sich die Kapazität für die gerichtete Aufmerksamkeit erholen und neue Kräfte für die alltäglichen Herausforderungen sammeln, während wir uns der Faszination erfreuen.

Die Natur und ihre Wirkung auf…

…das Unbewusste

Die Natur hat mannigfaltige Wirkungen auf unser Unbewusstes, die sich mit unserer Evolutionsgeschichte erklären lassen. Da wir in der Natur entstanden und aufgewachsen sind, wecken alle Sinneswahrnehmungen Erinnerungen an unsere Herkunft und lösen einen Affekt aus. Ein Affekt hat sehr viel Macht über den Menschen, da er zwar unbewusst abläuft, aber trotzdem mit Handlungsimpulsen verbunden ist. Auf gewisse Weise, beherrschen uns Affekte.

Es gibt zwei Arten von Affekten: Der erste sagt: Entspanne dich! Der zweite sagt: Laufe weg!

Wenn Du dich nun mental in einen Wald versetzt und dir mit allen Sinnen vorstellst, was du dort erleben – was fällt dir ein? Der Gesang von Vögeln, der sich wie ein lieblicher Klangteppich auf deine Ohren legen? Das leise Plätschern eines Baches? Das beruhigende Rauschen der Bäume im Wind? Der frische Geruch nach Gras, modrigem Waldboden oder Nadelbäumen? Es wird schnell deutlich: Alle der genannten Sinneseindrücke in einem Wald lösen den Affekt des Entspannens aus.

In einer Innenstadt ist dies anders:

Die Geräusche, Gerüche und Eindrücke dort lösen meist den Affekt des Weglaufens aus.

Dazu kommt, dass der reine Anblick eines ruhenden Sees auf uns sehr beruhigend wird. Evolutionär ist in uns verankert, dass Wasser unser Quell des Lebens ist. Ein ruhender See verkörpert dies und lässt uns ruhig werden, da wir unbewusst wissen, dass wir versorgt sind. Ähnlich verhält es sich mit einem in der Ferne glitzernden Bach. Er verkörpert Frisches Wasser und früher war es sehr wichtig, dies auch aus weiter Entfernung ausfindig zu machen.

Das Gleiche gilt für frischen Blumen: In früheren Zeiten ernährte man sich davon oder von deren Früchten. Daher löst auch dieser Anblick eine Beruhigung aus. Wir sind fasziniert von der Schönheit der Natur, weil wir unbewusst verspüren, dass wir einen Nutzen davon haben könnten – auch wenn wir es jetzt nicht mehr benötigen. Bäume dienten früher als Schatten- und Schlafplätze, als Ort der ungestörten Nahrungsaufnahme und oft auch als Nahrungsquell. Die Anwesenheit eines Baumes löst unbewusst diese Erinnerungen aus.

Du hast ein Thema, dass dich quält?

Geh raus in die Natur und nutze deren positiven Effekte. Dabei ist zu beachten, dass sich die positiven Effekte der Natur auch ganz ohne Bewegung einstellen. Dazu bedarf es lediglich des Aufenthalts im Freien. Jedoch hat die Bewegung an sich derart viele positive Effekte, dass es grob fahrlässig wäre, diese nicht ebenfalls zu nutzen.

Solltest du allein nicht mit dem Thema zurechtkommen, bin ich gern für dich da. Melde dich einfach bei mir.

anja bewegt.

P.S.: Viele der hier beschriebenen Informationen habe ich aus dem Buch

Der Biophilia-Effekt – Heilung aus dem Wald von Clemens G. Arvay.

Wer mehr über das Thema wissen und lesen will: dieses Buch empfehle ich uneingeschränkt weiter!

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